„Perspektivwechsel“
von Norbert Lotz:

75 Therapiekarten

Neue Sichtweisen entdecken und Veränderungen ermöglichen

Eine fachliche Rezension für Coaching, Supervision, Beratung und therapeutische Arbeitsfelder

Manchmal braucht es keine neue Antwort, sondern eine neue Perspektive

„Das haben wir schon immer so gemacht.“

„Ich weiß genau, warum mein Gegenüber so reagiert.“

„Daran kann ich ohnehin nichts ändern.“

Solche Aussagen begegnen uns in ganz unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen. Sie können Ausdruck von Erfahrungen und Überzeugungen sein, die uns Orientierung geben. Gleichzeitig können sie unsere Wahrnehmung einengen und dazu führen, dass wir bestimmte Handlungsmöglichkeiten gar nicht mehr erkennen.

Gerade in Coaching, Supervision und Beratung erlebe ich die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven als einen wesentlichen Bestandteil professioneller Reflexionsprozesse.

Denn manchmal verändert sich nicht sofort die Situation selbst. Aber unsere Sicht auf diese Situation verändert sich – und damit möglicherweise auch unser Umgang mit ihr.

Genau hier setzt die Grundidee des Kartensets „Perspektivwechsel – 75 Therapiekarten“ von Norbert Lotz, erschienen im Beltz Verlag, an.

Das vorgestellte Kartenset wurde mir vom Beltz Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Das Set beschäftigt sich mit der Erweiterung von Sichtweisen und der bewussten Auseinandersetzung mit gewohnten Denk- und Bewertungsmustern.

Besonders interessant finde ich diesen Ansatz, weil er sich mit meiner systemischen Haltung und meinem Verständnis professioneller Beratung verbinden lässt.

Das Kartenset im Überblick

Titel: Perspektivwechsel – 75 Therapiekarten
Autor: Norbert Lotz
Verlag: Beltz
Umfang: 75 großformatige Therapiekarten
Format: 16,5 × 24 cm
Zusatzmaterial: 28-seitiges Booklet
Aufbewahrung: Klappkassette

Bereits die Ausstattung zeigt, dass es sich nicht um ein gewöhnliches kleines Impulskartenset handelt.

Die großzügigen Kartenformate bieten eine gute Grundlage, um einzelne Impulse bewusst in den Mittelpunkt einer Beratung oder Reflexionseinheit zu stellen.

Für mich liegt der besondere Reiz darin, dass die Karten nicht als fertige Antworten verstanden werden müssen. Vielmehr können sie dazu beitragen, neue Fragen aufzuwerfen und bestehende Sichtweisen zu erweitern.

Was bedeutet Perspektivwechsel eigentlich?

Ein Perspektivwechsel beschreibt die bewusste Veränderung des Blickwinkels auf eine Person, eine Situation oder ein bestimmtes Problem.

Menschen nehmen ihre Umwelt nicht vollkommen neutral wahr. Unsere Erfahrungen, Erwartungen, Werte und Überzeugungen beeinflussen, wie wir Ereignisse interpretieren.

Dadurch können unterschiedliche Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben.

Ein Teammitglied empfindet eine Rückmeldung als konstruktive Unterstützung. Ein anderes erlebt dieselben Worte möglicherweise als Kritik.

Eine Führungskraft interpretiert zurückhaltendes Verhalten als mangelndes Interesse. Die betreffende Person fühlt sich möglicherweise unsicher oder möchte zunächst beobachten.

Beide Sichtweisen können nachvollziehbar sein, ohne dass sie die gesamte Situation erfassen.

Ein Perspektivwechsel bedeutet deshalb nicht, die eigene Wahrnehmung aufzugeben. Es geht darum, weitere Sichtweisen hinzuzunehmen.

Gerade darin sehe ich eine wesentliche Grundlage für Veränderung.

Welche Reflexionsprozesse lassen sich mit dem Kartenset anregen?

Die Grundidee des Materials lässt sich mit verschiedenen Fragestellungen aus Coaching und Beratung verbinden.

1. Eigene Denkmuster erkennen

Viele Überzeugungen begleiten uns über Jahre hinweg, ohne dass wir sie regelmäßig hinterfragen.

„Ich muss immer alles allein schaffen.“

„Wenn ich einen Fehler mache, enttäusche ich andere.“

„Konflikte bedeuten, dass etwas grundsätzlich nicht stimmt.“

Solche Annahmen können unser Verhalten beeinflussen.

Ein methodisch angeleiteter Perspektivwechsel kann dazu beitragen, zwischen einer persönlichen Interpretation und einer überprüfbaren Tatsache zu unterscheiden.

Dabei interessiert mich insbesondere, welche alternativen Erklärungen und Bewertungen möglich werden.

2. Situationen aus unterschiedlichen Positionen betrachten

In Konflikten konzentrieren wir uns häufig auf die eigene Wahrnehmung.

Das ist menschlich und zunächst nachvollziehbar.

Für eine konstruktive Bearbeitung kann es jedoch hilfreich sein, auch die Perspektiven anderer Beteiligter zu berücksichtigen.

Was könnte mein Gegenüber wahrgenommen haben? Welche Erwartungen stehen möglicherweise hinter seinem Verhalten? Welche Rahmenbedingungen beeinflussen die Situation?

Solche Fragen können dazu beitragen, vorschnelle Zuschreibungen zu reduzieren und differenzierter auf Konflikte zu schauen.

3. Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten entdecken

Menschen, die sich in belastenden Situationen befinden, richten ihre Aufmerksamkeit häufig auf das, was nicht funktioniert.

Dadurch geraten vorhandene Fähigkeiten, bisherige Bewältigungserfahrungen und unterstützende Faktoren manchmal in den Hintergrund.

Ein veränderter Blickwinkel kann helfen, diese Ressourcen wieder sichtbar zu machen.

Dabei geht es nicht darum, Schwierigkeiten kleinzureden, sondern das Gesamtbild zu erweitern.

4. Festgefahrene Bewertungen hinterfragen

Besonders spannend finde ich die Frage, wie stark unsere Bewertungen unsere Handlungsmöglichkeiten beeinflussen.

Wer eine Situation ausschließlich als aussichtslos betrachtet, wird möglicherweise weniger Alternativen erkennen.

Wer hingegen unterschiedliche Erklärungen und Entwicklungsmöglichkeiten zulässt, kann neue Entscheidungen in Betracht ziehen.

Das bedeutet nicht, dass jede Situation durch positives Denken verändert werden kann.

Es bedeutet vielmehr, dass die bewusste Überprüfung eigener Annahmen ein wichtiger Bestandteil von Veränderungsprozessen sein kann.

Perspektivwechsel im systemischen Coaching

Aus meiner Perspektive als systemische Coachin ist die Arbeit mit unterschiedlichen Sichtweisen besonders interessant.

Systemisches Coaching betrachtet Herausforderungen nicht ausschließlich als isolierte Eigenschaften oder Schwierigkeiten einzelner Personen.

Vielmehr werden auch Beziehungen, Wechselwirkungen, Rollen, Erwartungen und Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Ein Perspektivwechsel kann beispielsweise dabei unterstützen, die eigene Rolle innerhalb einer Situation bewusster wahrzunehmen.

Welche Erwartungen stelle ich an mich selbst? Welche Erwartungen vermute ich bei anderen? Welche meiner Annahmen habe ich bisher nicht überprüft?

Auch die Betrachtung einer Situation aus zeitlicher Distanz kann hilfreich sein.

Was würde ich meinem früheren Ich heute raten? Wie könnte ich in einem Jahr auf diese Herausforderung zurückblicken?

Solche Fragen lassen sich als ergänzende Impulse in Coachingprozesse integrieren.

Dabei bleibt für mich entscheidend, dass die Klient*innen selbst bestimmen, welche Sichtweisen für sie hilfreich und stimmig sind.

Einsatzmöglichkeiten in der Supervision

In der Supervision können Perspektivwechsel eine wichtige Rolle bei der Reflexion beruflicher Situationen spielen.

Gerade in pädagogischen und sozialen Einrichtungen treffen unterschiedliche Interessen, Erwartungen und Verantwortlichkeiten aufeinander.

Eine Fachkraft betrachtet eine Situation möglicherweise aus ihrer pädagogischen Verantwortung heraus. Eine Führungskraft berücksichtigt zusätzlich organisatorische Rahmenbedingungen. Eltern oder Angehörige bringen wiederum andere Erfahrungen und Bedürfnisse ein.

Keine dieser Perspektiven bildet zwangsläufig die gesamte Situation ab.

In der supervisorischen Arbeit kann es deshalb hilfreich sein, unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen.

Dabei können Fragen nach Rollen, Erwartungen, Kommunikationsmustern und institutionellen Bedingungen im Mittelpunkt stehen.

Besonders wichtig finde ich, dass ein Perspektivwechsel nicht mit einer Rechtfertigung unangemessenen Verhaltens verwechselt wird.

Auch wenn unterschiedliche Sichtweisen berücksichtigt werden, bleiben professionelle Grenzen, Verantwortlichkeiten und Schutzbedürfnisse bestehen.

Perspektivwechsel in Führung und Teamentwicklung

Führungskräfte stehen regelmäßig vor der Herausforderung, unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang zu bringen.

Dabei müssen Entscheidungen getroffen, Konflikte bearbeitet und Veränderungen begleitet werden.

Gerade unter hoher Belastung besteht die Gefahr, auf vertraute Bewertungen und Handlungsmuster zurückzugreifen.

Ein bewusster Perspektivwechsel kann helfen, solche Automatismen zu erkennen.

Wie erlebt mein Team die aktuelle Situation? Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung auf unterschiedliche Mitarbeitende? Welche Erwartungen habe ich möglicherweise nicht ausreichend kommuniziert?

Auch in der Teamentwicklung können Perspektivwechsel wertvolle Reflexionsprozesse anstoßen.

Beispielsweise dann, wenn sich bestimmte Konfliktmuster wiederholen oder unterschiedliche Vorstellungen von guter Zusammenarbeit bestehen.

Dabei halte ich es für wichtig, dass Perspektivwechsel nicht ausschließlich auf zwischenmenschliche Aspekte begrenzt werden.

Auch Arbeitsbedingungen, Ressourcen, Organisationsstrukturen und Führungshandeln müssen berücksichtigt werden.

Besonders überzeugend: Die hochwertige Verarbeitung

Neben dem methodischen Ansatz hat mich auch die Qualität des Kartensets ausgesprochen positiv beeindruckt.

Die Karten sind hochwertig verarbeitet, fühlen sich angenehm an und vermitteln insgesamt einen sehr guten Eindruck.

Gerade das großzügige Format gefällt mir, weil es die bewusste Beschäftigung mit einzelnen Karten unterstützt.

Auch die ansprechende Gestaltung und die Aufbewahrung in der Klappkassette tragen zum positiven Gesamteindruck bei.

Für mich ist die Materialqualität keineswegs nebensächlich.

In Coaching, Supervision und Beratung werden Karten nicht nur betrachtet. Sie werden ausgewählt, in die Hand genommen, ausgelegt, weitergereicht und gemeinsam besprochen.

Deshalb sollte professionelles Arbeitsmaterial nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern auch angenehm und praktikabel in der Handhabung sein.

Bei „Perspektivwechsel“ überzeugt mich die hochwertige Verarbeitung als wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.

Worauf ich bei der Anwendung fachlich achten würde

Auch ein methodisch interessantes Kartenset ist nicht für jede Situation und jede Person gleichermaßen geeignet.

Ein Perspektivwechsel kann neue Möglichkeiten eröffnen. Er kann jedoch auch als unangemessen erlebt werden, wenn belastende Erfahrungen vorschnell umgedeutet werden sollen.

Insbesondere in emotional herausfordernden Situationen ist es wichtig, zunächst Raum für die bestehende Wahrnehmung und die damit verbundenen Gefühle zu schaffen.

Nicht jede schwierige Erfahrung braucht unmittelbar eine alternative Deutung.

Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen persönlichen Bewertungen und tatsächlichen strukturellen Problemen.

Ungünstige Arbeitsbedingungen, Machtungleichgewichte oder fehlende Ressourcen lassen sich nicht allein durch eine veränderte Haltung beseitigen.

Deshalb sollte die Arbeit mit Perspektivwechseln immer in einen professionell begleiteten Reflexionsprozess eingebettet sein.

Ein Perspektivwechsel ist dann hilfreich, wenn er neue Möglichkeiten eröffnet, ohne die bisherige Erfahrung eines Menschen abzuwerten.

Mein Fazit: Eine hochwertige Ergänzung für den Methodenkoffer

„Perspektivwechsel – 75 Therapiekarten“ von Norbert Lotz beschäftigt sich mit einem Thema, das aus meiner Sicht für Coaching, Supervision, Beratung und Führungskräfteentwicklung von großer Bedeutung ist.

Die Fähigkeit, Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, kann dazu beitragen, eigene Bewertungen bewusster wahrzunehmen, Konflikte differenzierter zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Besonders überzeugt mich die Verbindung aus dem fachlich interessanten Grundgedanken und der ausgesprochen hochwertigen Materialqualität.

Die großformatigen Karten, die angenehme Haptik und die sorgfältige Verarbeitung hinterlassen bei mir einen sehr positiven Eindruck.

Für Fachkräfte, die Reflexions- und Veränderungsprozesse begleiten, sehe ich in diesem Set eine interessante Ergänzung ihres methodischen Repertoires.

Meine Empfehlung: Ein näherer Blick auf „Perspektivwechsel“ lohnt sich insbesondere für Menschen, die in Beratung, Coaching, Supervision oder therapeutischen Arbeitsfeldern tätig sind und neue Impulse für die professionelle Reflexion suchen.

Die beschriebenen Einsatzmöglichkeiten beruhen auf meiner fachlichen Einschätzung. Eine praktische Wirksamkeitsprüfung des Kartensets ist damit nicht verbunden.

„Perspektivwechsel – 75 Therapiekarten“ entdecken

Wer das Kartenset von Norbert Lotz kennenlernen und für die eigene berufliche Tätigkeit in Betracht ziehen möchte, findet es hier:

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Transparenzhinweis

Das Kartenset „Perspektivwechsel – 75 Therapiekarten“ von Norbert Lotz wurde mir vom Beltz Verlag kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich!

Meine fachliche Einschätzung erfolgt unabhängig und orientiert sich an den Inhalten, der Qualität sowie den möglichen Einsatzbereichen des Materials.