Wie fühlst du dich?
60 Gefühlskarten von metaFox
für Coaching & Therapie im fachlichen Blick
Wie oft fragen wir einen Menschen, wie es ihm geht, und erhalten als Antwort lediglich ein „Gut“, „Geht so“ oder „Muss ja“?
Dabei steckt hinter diesen wenigen Worten manchmal eine ganze Welt an Gefühlen.
Vielleicht ist die Person erschöpft, enttäuscht oder verunsichert. Vielleicht empfindet sie gleichzeitig Hoffnung und Angst. Oder sie ist stolz auf das, was sie erreicht hat, und kann dieses Gefühl selbst noch gar nicht richtig einordnen.
Gefühle begleiten uns jeden Tag.
Sie beeinflussen unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen, unsere Kommunikation und nicht zuletzt unseren Umgang mit Herausforderungen.
Und trotzdem fällt es uns manchmal erstaunlich schwer, sie zu benennen.
Gerade in Coaching, Supervision und Beratung erlebe ich die bewusste Auseinandersetzung mit Emotionen als einen wichtigen Bestandteil professioneller Reflexion.
Denn nicht immer können Menschen unmittelbar beschreiben, was sie gerade beschäftigt.
Manchmal ist zunächst nur ein diffuses Gefühl vorhanden.
Eine innere Unruhe. Eine Anspannung. Eine Unzufriedenheit, deren Ursache noch nicht greifbar ist.
Was wäre, wenn wir diesen Gefühlen zunächst einen Namen geben könnten?
Genau hier setzt das Kartenset „Wie fühlst du dich? – 60 Gefühlskarten für Coaching & Therapie“ von metaFox an.
Das Set wurde mir von metaFox kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken!
Ich habe mich intensiv mit den Karten, den unterschiedlichen Gefühlsbegriffen, den Bildmotiven und den ergänzenden Methoden beschäftigt.
Und ich kann bereits vorwegnehmen:
Dieses Kartenset hat mich sowohl hinsichtlich seiner inhaltlichen Möglichkeiten als auch durch die ausgesprochen hochwertige Verarbeitung, die schönen Fotografien und die angenehme Haptik überzeugt.
Was steckt hinter „Wie fühlst du dich?“?
Das Kartenset umfasst 60 Gefühlskarten, die dabei unterstützen sollen, Emotionen bewusster wahrzunehmen, zu benennen und zu reflektieren.
Dabei werden 30 angenehme und 30 unangenehme Gefühle unterschieden.
Die Begriffe reichen von Freude, Hoffnung und Dankbarkeit über Mut, Gelassenheit und Zufriedenheit bis hin zu Angst, Stress, Frustration, Scham, Ohnmacht oder Verzweiflung.
Besonders interessant finde ich die Gestaltung der Karten.
Auf einer Seite befindet sich jeweils ein Gefühlsbegriff mit einem passenden Symbol.
Die andere Seite zeigt eine Fotografie, die einen bildlichen Zugang zur jeweiligen Emotion ermöglicht.
Hinzu kommt eine farbliche Gruppierung, die für Orientierung sorgt.
Das beiliegende Begleitheft erklärt die Grundidee der Karten und enthält zusätzliche Anregungen zur Arbeit mit emotionaler Intelligenz.
Außerdem gehören acht Methodenkarten zum Set, die konkrete Übungen für unterschiedliche Bereiche emotionaler Kompetenz anbieten.
Für mich ist diese Kombination besonders gelungen.
Denn die Karten ermöglichen sowohl einen intuitiven Zugang über Bilder als auch eine gezielte Reflexion über konkrete Begriffe.
Nicht jeder Mensch findet sofort die passenden Worte für seine Gefühle. Manchmal kann ein Bild den ersten Zugang eröffnen.
Warum ist es so wichtig, Gefühle benennen zu können?
Gefühle beeinflussen unser Verhalten häufig stärker, als uns im ersten Moment bewusst ist.
Wir reagieren gereizt, ziehen uns zurück, vermeiden ein Gespräch oder treffen vorschnell eine Entscheidung.
Erst im Nachhinein erkennen wir möglicherweise, dass hinter unserem Verhalten Enttäuschung, Angst, Überforderung oder Unsicherheit standen.
Gerade deshalb halte ich die bewusste Wahrnehmung von Emotionen für so wertvoll.
Denn zwischen dem bloßen Erleben eines Gefühls und dem bewussten Umgang damit liegt ein wichtiger Reflexionsschritt.
Zunächst muss ich überhaupt erkennen, was ich empfinde.
Anschließend kann ich überlegen, wodurch dieses Gefühl ausgelöst wurde, welche Bedeutung es für mich besitzt und wie ich angemessen damit umgehen möchte.
Dabei gefällt mir besonders, dass das Kartenset nicht ausschließlich angenehme Gefühle in den Mittelpunkt stellt.
Auch Emotionen wie Wut, Neid, Schuld oder Scham erhalten ihren Platz.
Denn unangenehme Gefühle sind nicht automatisch falsche Gefühle.
Sie können Hinweise auf unerfüllte Bedürfnisse, persönliche Grenzen, verletzte Erwartungen oder belastende Situationen geben.
Entscheidend ist aus meiner Sicht nicht, jedes unangenehme Gefühl möglichst schnell loszuwerden.
Vielmehr geht es darum, es wahrzunehmen, zu verstehen und einen hilfreichen Umgang damit zu entwickeln.
Die Gefühlskarten: Eine große Bandbreite emotionaler Erfahrungen
Die Karten bilden zahlreiche emotionale Zustände ab.
Besonders gelungen finde ich, dass nicht nur sehr bekannte Gefühle wie Freude, Angst oder Wut enthalten sind.
Auch differenziertere Begriffe wie Nostalgie, Gelassenheit, Ohnmacht, Bitterkeit, Erleichterung oder Gleichgültigkeit finden sich im Set.
Dadurch können Gespräche entstehen, die über die einfache Unterscheidung zwischen „gut“ und „schlecht“ hinausgehen.
1. Freude, Begeisterung und Hoffnung
Zu den angenehmen Emotionen gehören beispielsweise Freude, Begeisterung, Euphorie, Hoffnung, Stolz und Zufriedenheit.
Besonders interessant finde ich die Unterscheidung zwischen Freude und Zufriedenheit.
Denn beides muss nicht zwangsläufig dasselbe bedeuten.
Ein Mensch kann sich über ein konkretes Ereignis freuen, gleichzeitig aber mit seiner aktuellen Lebenssituation unzufrieden sein.
Umgekehrt kann jemand grundsätzlich zufrieden sein, ohne gerade besonders euphorisch oder begeistert zu wirken.
In einem Coaching könnte ich mir folgende Fragen vorstellen:
Wann hast du zuletzt echte Freude empfunden?
Worauf bist du besonders stolz?
Was gibt dir aktuell Hoffnung?
Welche Situationen lösen Begeisterung in dir aus?
Gerade bei der Arbeit mit persönlichen Ressourcen können solche Fragen einen wertvollen Zugang eröffnen.
2. Angst, Unsicherheit und Ohnmacht
Auch belastende Gefühle sind differenziert vertreten.
Dazu gehören beispielsweise Angst, Sorge, Nervosität, Verwirrung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung.
Besonders angesprochen hat mich die Karte „Ohnmacht“.
Denn das Gefühl, einer Situation ausgeliefert zu sein oder keinen Einfluss auf bestimmte Entwicklungen zu haben, kann sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext eine große Rolle spielen.
Gerade in der Supervision könnte die Karte interessante Fragen eröffnen:
In welcher Situation hast du dich zuletzt ohnmächtig gefühlt?
Worauf hattest du tatsächlich Einfluss?
Welche Handlungsmöglichkeiten waren vorhanden?
Was hättest du in dieser Situation gebraucht?
Dabei würde ich besonders darauf achten, tatsächliche strukturelle Grenzen anzuerkennen.
Nicht jede Situation lässt sich durch eine veränderte persönliche Haltung beeinflussen.
Manchmal sind Menschen tatsächlich mit Rahmenbedingungen konfrontiert, auf die sie nur begrenzt einwirken können.
3. Wut, Enttäuschung und Frustration
Auch Gefühle wie Wut, Hass, Frustration, Bitterkeit, Enttäuschung und Verstimmung sind Bestandteil des Sets.
Gerade im Zusammenhang mit Konflikten halte ich diese Karten für interessant.
Denn hinter Wut können sehr unterschiedliche Erfahrungen stehen.
Vielleicht fühlt sich ein Mensch ungerecht behandelt.
Vielleicht wurden persönliche Grenzen überschritten.
Vielleicht besteht das Gefühl, nicht ernst genommen oder übergangen worden zu sein.
Eine mögliche Reflexionsfrage könnte lauten:
Was genau hat deine Wut ausgelöst?
Welches Bedürfnis oder welcher Wert wurde in dieser Situation möglicherweise verletzt?
Wie möchtest du mit diesem Gefühl umgehen?
Besonders wichtig finde ich dabei die Unterscheidung zwischen Gefühl und Verhalten.
Jedes Gefühl darf zunächst wahrgenommen werden. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede Form des Handelns angemessen ist.
Gerade in der Konfliktklärung kann diese Unterscheidung hilfreich sein.
4. Mut, Selbstsicherheit und Entschlossenheit
Die Karten enthalten außerdem Begriffe wie Mut, Selbstsicherheit, Optimismus, Entschlossenheit, Stärke und Wirksamkeit.
Diese Begriffe finde ich besonders interessant für ressourcenorientierte Coachingprozesse.
Denn manchmal fällt es Menschen leichter, ihre Schwierigkeiten zu benennen als ihre persönlichen Stärken wahrzunehmen.
Die Karte „Mut“ könnte beispielsweise dazu einladen, über bereits bewältigte Herausforderungen nachzudenken.
Wann hast du zuletzt etwas getan, obwohl du unsicher warst?
Was hat dir dabei geholfen?
Welche Fähigkeiten hast du in dieser Situation gezeigt?
Auch die Karte „Wirksamkeit“ bietet einen spannenden Zugang.
Gerade Menschen, die sich beruflich stark belastet fühlen, können davon profitieren, bewusst zu reflektieren, in welchen Situationen sie etwas bewirken konnten.
Dabei geht es nicht darum, Schwierigkeiten auszublenden.
Vielmehr sollen vorhandene Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten sichtbar werden.
5. Dankbarkeit, Erleichterung und innere Ruhe
Besonders angesprochen haben mich auch die Karten „Dankbarkeit“, „Erleichterung“, „Gelassenheit“, „Entspannung“ und „friedlich“.
Diese Gefühle können in Coachingprozessen einen Zugang zu persönlichen Kraftquellen eröffnen.
Wann empfinde ich Ruhe?
Welche Situationen geben mir Sicherheit?
Wofür bin ich dankbar?
Was hat mir zuletzt eine spürbare Erleichterung verschafft?
Gerade in der Arbeit zu Selbstfürsorge und Teamgesundheit finde ich solche Fragen interessant.
Allerdings würde ich bewusst darauf achten, unangenehme Gefühle nicht durch eine ausschließliche Konzentration auf positive Emotionen zu verdrängen.
Selbstfürsorge bedeutet für mich auch, Belastungen ernst zu nehmen und persönliche Grenzen zu erkennen.
Die Fotografien: Ein besonderer Zugang zu Emotionen
Ein Aspekt, der mir an diesem Kartenset besonders gefällt, sind die Fotografien.
Die Bilder sind abwechslungsreich, ansprechend und qualitativ hochwertig.
Sie zeigen unter anderem Menschen, Tiere, Naturmotive und symbolische Situationen.
Dabei sind die Motive nicht ausschließlich auf offensichtliche Gesichtsausdrücke beschränkt.
Manche Bilder vermitteln ihre emotionale Wirkung eher durch Farben, Körperhaltungen, Perspektiven oder bestimmte Situationen.
Genau das finde ich besonders interessant.
Denn ein Bild muss nicht bei jedem Menschen dieselbe Emotion auslösen.
Eine Aufnahme, die eine Person mit Freiheit verbindet, kann bei einer anderen Unsicherheit hervorrufen.
Ein Naturmotiv kann Ruhe vermitteln, aber auch Erinnerungen an eine bestimmte Lebensphase auslösen.
Gerade deshalb würde ich die Bildseiten nicht vorschnell interpretieren.
Viel interessanter finde ich Fragen wie:
Was spricht dich an diesem Bild besonders an?
Welche Emotion verbindest du damit?
Woran erinnert dich das Motiv?
Welche Bedeutung hat dieses Bild für deine aktuelle Situation?
Aus systemischer Perspektive gefällt mir diese Offenheit besonders gut.
Denn nicht die Interpretation der beratenden Person steht im Mittelpunkt.
Entscheidend ist, welche individuelle Bedeutung die Klientin oder der Klient mit dem Bild verbindet.
Die Bilder eröffnen einen Gesprächsraum, ohne bereits eine bestimmte Antwort vorzugeben.
Die acht Methodenkarten: Mehr als nur Gefühle benennen
Ein weiterer Pluspunkt sind für mich die acht ergänzenden Methodenkarten.
Sie bieten konkrete Anregungen, um die Gefühlskarten gezielt einzusetzen.
Die Methoden orientieren sich an vier Bereichen emotionaler Intelligenz:
-
Selbstwahrnehmung
-
Selbstmanagement
-
Soziales Bewusstsein
-
Beziehungsmanagement
Diese Struktur gefällt mir besonders gut, weil sie die Arbeit mit Gefühlen nicht auf das bloße Benennen von Emotionen reduziert.
Vielmehr wird der Blick auch darauf gerichtet, wie Menschen mit ihren Gefühlen umgehen und wie Emotionen zwischenmenschliche Beziehungen beeinflussen.
1. Meine Gefühle benennen
Diese Methode gehört zum Bereich Selbstwahrnehmung.
Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, eigene Emotionen bewusst zu erkennen und sprachlich auszudrücken.
Gerade zu Beginn eines Coachings könnte ich mir diese Methode sehr gut vorstellen.
Die Klientin oder der Klient wählt Karten aus, die zur aktuellen Gefühlslage passen.
Anschließend können wir gemeinsam reflektieren:
Welches Gefühl steht gerade besonders im Vordergrund?
Seit wann ist es vorhanden?
In welchen Situationen tritt es besonders stark auf?
Welche weiteren Gefühle sind möglicherweise damit verbunden?
Besonders interessant finde ich, dass auch mehrere Karten gleichzeitig ausgewählt werden können.
Denn Menschen erleben häufig widersprüchliche Emotionen.
Man kann beispielsweise gleichzeitig stolz auf eine berufliche Entscheidung und unsicher hinsichtlich ihrer Folgen sein.
2. Meinen inneren Monolog beobachten
Auch diese Methode gehört zur Selbstwahrnehmung.
Sie richtet den Blick auf die Verbindung zwischen Gedanken und Gefühlen.
Denn unsere inneren Bewertungen können beeinflussen, wie wir Situationen erleben.
Eine Person denkt beispielsweise:
„Ich darf mir keinen Fehler erlauben.“
Dieser Gedanke kann mit Angst, Stress oder Unsicherheit verbunden sein.
Eine andere Person betrachtet dieselbe Situation möglicherweise als Lernmöglichkeit.
Hier könnte die Reflexion ansetzen:
Welche Gedanken begleiten dieses Gefühl?
Wie sprichst du in schwierigen Situationen mit dir selbst?
Welche Bewertungen verstärken möglicherweise deine Anspannung?
Gerade im Coaching halte ich diese Methode für interessant, weil sie dazu einlädt, automatische Gedankenmuster bewusster wahrzunehmen.
3. Freundlich zu mir selbst sein
Diese Methode gehört zum Bereich Selbstmanagement.
Sie beschäftigt sich mit einem wertschätzenden Umgang mit sich selbst.
Gerade Menschen mit hohen persönlichen Ansprüchen können dazu neigen, sich bei Fehlern oder Schwierigkeiten besonders kritisch zu bewerten.
Hier könnten die Gefühlskarten helfen, die emotionale Wirkung solcher Selbstbewertungen sichtbar zu machen.
Mögliche Fragen wären:
Wie gehst du mit dir selbst um, wenn dir etwas nicht gelingt?
Welche Gefühle entstehen dabei?
Was würdest du einer guten Freundin oder einem guten Freund in derselben Situation sagen?
Wie könnte ein freundlicherer innerer Umgang aussehen?
Diese Methode finde ich besonders passend für Coachingprozesse zu Selbstfürsorge, Perfektionismus und persönlicher Entwicklung.
4. Mit meinen Emotionen umgehen
Eine weitere Methode aus dem Bereich Selbstmanagement beschäftigt sich mit der bewussten Regulation von Gefühlen.
Hier geht es darum, eigene Emotionen wahrzunehmen und hilfreiche Umgangsmöglichkeiten zu entwickeln.
Gerade bei Stress, Ärger oder Enttäuschung kann dies relevant sein.
In einem Coaching könnte beispielsweise reflektiert werden:
Woran bemerkst du, dass deine Anspannung zunimmt?
Welche Strategien helfen dir, dich zu regulieren?
Was verschärft die Situation möglicherweise zusätzlich?
Welche Reaktion wäre für dich langfristig hilfreich?
Dabei ist mir wichtig, dass Emotionsregulation nicht mit dem Unterdrücken von Gefühlen verwechselt wird.
Es geht nicht darum, unangenehme Emotionen möglichst schnell verschwinden zu lassen.
Vielmehr geht es darum, sie angemessen wahrzunehmen und einen konstruktiven Umgang mit ihnen zu finden.
5. Geteilte Erfahrungen wertschätzen
Diese Methode gehört zum Bereich Soziales Bewusstsein.
Sie richtet den Blick auf gemeinsame Erfahrungen und die Bedeutung zwischenmenschlicher Begegnungen.
Gerade in Teams kann es wertvoll sein, bewusst über Situationen zu sprechen, in denen Zusammenhalt, Unterstützung oder gegenseitiges Verständnis erlebt wurden.
Eine mögliche Frage könnte lauten:
Wann hast du dich in deinem Team besonders unterstützt gefühlt?
Welche Emotion verbindest du mit dieser Erfahrung?
Was hat dazu beigetragen, dass du dich verstanden gefühlt hast?
Solche Gespräche können helfen, positive Beziehungserfahrungen sichtbar zu machen.
6. Bedürfnisse kommunizieren
Auch diese Methode gehört zum Bereich Soziales Bewusstsein.
Sie beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Gefühlen, Bedürfnissen und Kommunikation.
Gerade in Konfliktsituationen kann es hilfreich sein, nicht ausschließlich über das Verhalten anderer Menschen zu sprechen.
Stattdessen kann zunächst betrachtet werden, welche eigenen Gefühle und Bedürfnisse eine Rolle spielen.
Beispielsweise:
Ich bin enttäuscht, weil ich mir mehr Unterstützung gewünscht hätte.
Oder:
Ich bin verunsichert, weil mir wichtige Informationen fehlen.
Solche Formulierungen können einen anderen Gesprächszugang eröffnen als pauschale Vorwürfe.
Gerade in der Team- und Führungskräfteentwicklung sehe ich hier großes Potenzial.
7. Aktives Zuhören üben
Diese Methode gehört zum Bereich Beziehungsmanagement.
Sie richtet den Blick auf die Fähigkeit, anderen Menschen aufmerksam zuzuhören und ihre Perspektiven wahrzunehmen.
Gerade in schwierigen Gesprächen ist dies häufig anspruchsvoll.
Denn während unser Gegenüber spricht, beschäftigen wir uns manchmal bereits mit unserer eigenen Antwort.
Hier können die Gefühlskarten dabei helfen, bewusster auf die emotionale Ebene eines Gesprächs zu achten.
Welche Gefühle nimmt mein Gegenüber wahr?
Welche Emotionen vermute ich?
Und habe ich tatsächlich verstanden, was die Person ausdrücken möchte?
Besonders wichtig finde ich dabei, Gefühle nicht einfach zuzuschreiben.
Stattdessen sollten Vermutungen offen und respektvoll überprüft werden.
8. Mit Menschen empathisch sein
Die achte Methode gehört ebenfalls zum Beziehungsmanagement.
Sie beschäftigt sich mit Empathie und der bewussten Wahrnehmung anderer Perspektiven.
Gerade in Coaching, Supervision und Führung halte ich diese Fähigkeit für besonders bedeutsam.
Eine mögliche Reflexionsfrage könnte lauten:
Wie könnte sich die andere Person in dieser Situation gefühlt haben?
Welche Bedürfnisse oder Erwartungen könnten eine Rolle gespielt haben?
Was könnte helfen, ihre Perspektive besser zu verstehen?
Die Gefühlskarten bieten hierfür einen anschaulichen Zugang.
Dabei würde ich immer darauf achten, zwischen einer Vermutung und dem tatsächlichen Erleben des Gegenübers zu unterscheiden.
Empathie bedeutet nicht, zu wissen, was ein anderer Mensch fühlt, sondern sich offen und respektvoll für dessen Perspektive zu interessieren.
Wo kann das Kartenset konkret eingesetzt werden?
Aus meiner fachlichen Perspektive sehe ich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.
1. Einzelcoaching und persönliche Reflexion
Im Einzelcoaching können die Karten helfen, die aktuelle Gefühlslage differenzierter wahrzunehmen.
Gerade wenn Klientinnen und Klienten zunächst Schwierigkeiten haben, ihre Emotionen zu benennen, kann die Auswahl von Karten einen niedrigschwelligen Einstieg ermöglichen.
Eine mögliche Übung wäre:
Die Person wählt drei Karten aus:
Wie fühle ich mich aktuell?
Wie möchte ich mich zukünftig häufiger fühlen?
Welches Gefühl begleitet mich in herausfordernden Situationen besonders häufig?
Anschließend können die Unterschiede und Zusammenhänge gemeinsam reflektiert werden.
2. Supervision und berufliche Belastungssituationen
Für die Supervision halte ich das Set für besonders interessant.
Gerade in sozialen und pädagogischen Berufen begegnen Fachkräfte regelmäßig emotional anspruchsvollen Situationen.
Konflikte, hohe Verantwortung, schwierige Gespräche oder belastende Erfahrungen können unterschiedliche Gefühle auslösen.
Die Karten können helfen, diese zunächst sichtbar zu machen.
Beispielsweise könnte eine Fachkraft Karten auswählen, die ihre Gefühle in einer konkreten beruflichen Situation beschreiben.
Anschließend könnte gemeinsam reflektiert werden:
Welche Emotion stand im Vordergrund?
Welche Erwartungen waren damit verbunden?
Wie hat das Gefühl mein Handeln beeinflusst?
Was hätte ich in dieser Situation gebraucht?
Gerade die Unterscheidung zwischen persönlichen Gefühlen und professionellen Handlungsmöglichkeiten halte ich für wertvoll.
3. Führungskräftecoaching und emotionale Selbstführung
Auch für Führungskräfte sehe ich vielfältige Einsatzmöglichkeiten.
Führung bedeutet nicht nur, Entscheidungen zu treffen und Prozesse zu gestalten.
Sie beinhaltet auch den Umgang mit eigenen Emotionen und den Gefühlen anderer Menschen.
Eine Führungskraft kann beispielsweise nach einem schwierigen Mitarbeitendengespräch enttäuscht, verärgert oder verunsichert sein.
Hier könnten die Karten helfen, die eigene Reaktion genauer zu betrachten.
Was hat mich an dieser Situation besonders beschäftigt?
Welche Emotion hat mein Verhalten beeinflusst?
Wie möchte ich zukünftig mit vergleichbaren Situationen umgehen?
Gerade im Zusammenhang mit Selbstreflexion und emotionaler Selbstführung finde ich diese Methode interessant.
4. Teamentwicklung und Teamgesundheit
Ein weiteres spannendes Einsatzfeld ist die Arbeit mit Teams.
Gerade bei Workshops zu Teamgesundheit, Zusammenarbeit oder Belastungserleben können die Karten einen anschaulichen Gesprächseinstieg ermöglichen.
Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, die Karten in der Mitte eines Raumes auszulegen.
Anschließend wählen die Teilnehmenden eine Karte zu folgender Frage aus:
Welches Gefühl verbinde ich aktuell besonders stark mit meinem Arbeitsalltag?
Die Teilnahme an der anschließenden Gesprächsrunde sollte freiwillig sein.
Gerade in Gruppen ist es wichtig, dass niemand persönliche oder belastende Gefühle offenlegen muss.
Alternativ könnte eine ressourcenorientierte Frage gewählt werden:
Welches Gefühl wünsche ich mir häufiger in unserer Zusammenarbeit?
Die Ergebnisse könnten anschließend genutzt werden, um konkrete Verbesserungsmöglichkeiten zu entwickeln.
5. Konfliktklärung und schwierige Gespräche
Auch bei Konflikten können die Karten einen wertvollen Zugang eröffnen.
Denn hinter einer Auseinandersetzung stehen häufig unterschiedliche Gefühle.
Eine Person empfindet Enttäuschung.
Eine andere fühlt sich angegriffen.
Eine dritte ist verunsichert oder wütend.
Hier können die Karten helfen, die emotionale Ebene eines Konflikts bewusster wahrzunehmen.
Dabei geht es nicht darum, Gefühle gegeneinander abzuwägen oder festzustellen, welche Emotion berechtigt ist.
Vielmehr können die unterschiedlichen Perspektiven sichtbar gemacht werden.
Gerade in der Konfliktklärung halte ich dies für hilfreich.
6. Kommunikation mit Eltern und Familien
Auch im pädagogischen Kontext sehe ich interessante Anwendungsmöglichkeiten.
Beispielsweise können die Karten in der Reflexion schwieriger Elterngespräche eingesetzt werden.
Eine pädagogische Fachkraft könnte sich fragen:
Welche Gefühle hat das Gespräch bei mir ausgelöst?
Welche Emotionen könnten aufseiten der Eltern eine Rolle gespielt haben?
Wie hat sich das auf unsere Kommunikation ausgewirkt?
Was möchte ich beim nächsten Gespräch berücksichtigen?
Dabei würde ich die Karten insbesondere als Reflexionsinstrument für pädagogische Fachkräfte einsetzen.
7. Ausbildung, Studium und professionelle Haltung
Auch für Auszubildende, Studierende und Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger kann das Material interessant sein.
Gerade in sozialen und pädagogischen Berufsfeldern spielt die Reflexion eigener Gefühle eine wichtige Rolle.
Welche Situationen lösen Unsicherheit aus?
Wann empfinde ich Stolz auf mein berufliches Handeln?
Wie gehe ich mit Kritik um?
Und welche Emotionen beeinflussen meine professionelle Haltung?
Die Karten können dabei helfen, persönliche Erfahrungen zu reflektieren und die eigene berufliche Identität weiterzuentwickeln.
8. Selbstfürsorge und persönliche Ressourcen
Auch für die persönliche Selbstreflexion kann das Set genutzt werden.
Eine einfache Übung könnte darin bestehen, am Ende eines Tages eine Karte auszuwählen.
Welches Gefühl hat meinen Tag besonders geprägt?
Was hat dieses Gefühl ausgelöst?
Was habe ich heute gebraucht?
Welche Situation hat mir gutgetan?
Eine solche Reflexion kann helfen, das eigene emotionale Erleben bewusster wahrzunehmen.
Die Verarbeitung: Hochwertige Karten, schöne Bilder und eine ausgesprochen angenehme Haptik
Neben den inhaltlichen Möglichkeiten möchte ich die Materialqualität ganz besonders hervorheben.
Das Kartenset ist qualitativ ausgesprochen hochwertig verarbeitet.
Bereits beim ersten Anfassen fällt auf, wie angenehm die Karten in der Hand liegen.
Sie wirken stabil, sind sauber verarbeitet und vermitteln einen sehr wertigen Eindruck.
Auch die abgerundeten Ecken, die klar lesbaren Gefühlsbegriffe und die farbliche Gestaltung gefallen mir ausgesprochen gut.
Besonders hervorheben möchte ich die Qualität der Fotografien.
Die Bilder sind ansprechend ausgewählt und bieten unterschiedliche emotionale Zugänge.
Die Motive wirken abwechslungsreich und eröffnen zahlreiche Assoziationsmöglichkeiten.
Für mich ist das ein großer Pluspunkt.
Denn gerade bei Bildkarten spielt die visuelle Gestaltung eine entscheidende Rolle.
Ein gutes Bild kann einen Gesprächseinstieg erleichtern, Erinnerungen wecken oder neue Perspektiven eröffnen.
Auch die Haptik überzeugt mich.
Die Karten fühlen sich angenehm an und lassen sich gut auslegen, sortieren und miteinander kombinieren.
Die stabile Aufbewahrungsbox rundet den positiven Gesamteindruck ab.
Für mich ist die Qualität eines solchen Materials keineswegs nebensächlich.
Gerade in Coaching, Supervision und Workshops werden Karten regelmäßig genutzt.
Sie werden in die Hand genommen, auf Tischen verteilt, miteinander verglichen und immer wieder neu angeordnet.
Bei „Wie fühlst du dich?“ stimmen für mich die Verarbeitung, die Bildqualität und die Haptik.
Das Material macht einfach Freude in der Handhabung.
Was würde ich fachlich kritisch einordnen?
Auch bei einem insgesamt sehr positiven Eindruck gehört für mich eine differenzierte fachliche Betrachtung dazu.
Zunächst ist wichtig, dass Gefühle individuell erlebt und beschrieben werden.
Nicht jeder Mensch verbindet mit einem bestimmten Begriff dieselbe Erfahrung.
Auch die Fotografien können unterschiedlich interpretiert werden.
Deshalb würde ich die Zuordnung zwischen Bild und Gefühlsbegriff nicht als endgültige Festlegung verstehen.
Vielmehr sollte immer Raum für individuelle Assoziationen bleiben.
Auch die Unterscheidung zwischen angenehmen und unangenehmen Emotionen halte ich für eine hilfreiche Orientierung, aber nicht für eine starre Bewertung.
Denn unangenehme Gefühle können wichtige Funktionen erfüllen.
Angst kann auf eine wahrgenommene Gefahr hinweisen.
Wut kann deutlich machen, dass persönliche Grenzen verletzt wurden.
Traurigkeit kann Ausdruck eines Verlustes sein.
Entscheidend ist deshalb nicht, ausschließlich angenehme Gefühle zu fördern.
Vielmehr geht es darum, das gesamte emotionale Erleben ernst zu nehmen.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Einsatz in Gruppen.
Gerade bei persönlichen oder belastenden Themen sollte niemand dazu gedrängt werden, Gefühle offenzulegen.
Ein geschützter Rahmen, Freiwilligkeit und ein sensibler Umgang mit persönlichen Informationen sind für mich grundlegende Voraussetzungen.
Auch die Bezeichnung „für Coaching & Therapie“ bedeutet nicht, dass die Karten selbst eine therapeutische Behandlung darstellen.
Das Material kann professionelle Gespräche und Reflexionsprozesse unterstützen.
Es ersetzt jedoch weder eine entsprechende fachliche Qualifikation noch eine erforderliche psychotherapeutische Behandlung.
Die Qualität des Einsatzes hängt deshalb nicht allein vom Material ab, sondern wesentlich von der professionellen Haltung und Gesprächsführung der begleitenden Person.
Mein Fazit: Eine klare Empfehlung!
„Wie fühlst du dich? – 60 Gefühlskarten für Coaching & Therapie“ von metaFox ist für mich ein ausgesprochen gelungenes und vielseitig einsetzbares Kartenset.
Besonders überzeugt mich die Kombination aus differenzierten Gefühlsbegriffen, ansprechenden Fotografien und konkreten methodischen Anregungen.
Die 60 Karten ermöglichen es, Emotionen bewusster wahrzunehmen, zu benennen und miteinander in Verbindung zu bringen.
Dabei gefallen mir besonders die unterschiedlichen Zugänge über Begriffe und Bilder.
Die acht Methodenkarten bieten zusätzliche Möglichkeiten, sich mit Selbstwahrnehmung, Selbstmanagement, sozialem Bewusstsein und Beziehungsmanagement auseinanderzusetzen.
Gerade für Coaching, Supervision, Führungskräfteentwicklung, Teamentwicklung und Selbstfürsorge sehe ich zahlreiche interessante Einsatzmöglichkeiten.
Ein echtes Highlight ist für mich außerdem die ausgesprochen hochwertige Verarbeitung.
Die Karten fühlen sich sehr angenehm an, liegen gut in der Hand und sind stabil und sorgfältig gestaltet.
Auch die Fotografien überzeugen mich durch ihre Qualität und ihre abwechslungsreichen Motive.
Die farbliche Strukturierung und die passende Aufbewahrungsbox machen das Set zu einem durchdachten Arbeitsmaterial.
Für mich ist „Wie fühlst du dich?“ deshalb eine definitive Empfehlung für alle, die Menschen dabei begleiten möchten, ihre Emotionen besser wahrzunehmen, zu verstehen und einen bewussteren Umgang damit zu entwickeln.
Denn manchmal beginnt eine wichtige persönliche Erkenntnis mit einer scheinbar einfachen Frage:
Wie fühle ich mich eigentlich gerade wirklich?
Meine Einschätzung beruht auf der intensiven fachlichen Durchsicht des Materials und seiner möglichen Einsatzbereiche. Eine systematische Wirksamkeitsprüfung ist damit nicht verbunden.
Vielen Dank an metaFox für die kostenfreie Bereitstellung dieses hochwertigen Rezensionsexemplars!
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Vielleicht ist „Wie fühlst du dich?“ genau die Ergänzung, die in eurem Methodenkoffer noch gefehlt hat 😊
Werbung | Transparenzhinweis: Das Kartenset „Wie fühlst du dich?“ wurde mir von metaFox kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine fachliche Einschätzung erfolgt unabhängig und gibt meine persönliche Bewertung des Materials wieder.